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Halbe Sache?

Als ich die Schlagzeile las, in Huttwil bleibe jede zweite Lampe dunkel, dachte ich nur noch "oh je!". Ich hatte nämlich ein Déjà-Vu-Erlebnis mit einer ähnlichen Sparübung in Belgien. Das Autobahnnetz ist in Belgien so hell beleuchtet, dass die Belgier behaupten, es gäbe zwei Bauwerke, die man vom Weltall aus sehe: die Chinesische Mauer und das Belgische Autobahnetz. Als der Belgische Staat (wieder einmal) knapp bei Kasse war, schaltete er jede zweite Lampe auf der Autobahn ab. Wirklich jede zweite. Können Sie sich vorstellen, wie das ist, nachts bei 130 Stundenkilometer immer zwischen hell und dunkel abzuwechseln? Genau: es ist Sch..... . Ganz abschalten wäre besser gewesen.

Daran dachte ich also, misstraute wieder einmal der Berner Zeitung und ihren aufreisserischen Titel und besuchte schleunigst die Homepage der Gemeinde und siehe da, der Entscheid des Gemeinderats ist doch etwas nuancierter. So ganz stumpfsinnig alternierend eine Lampe ausschalten und eine einschalten, will der Gemeinderat dann doch nicht.

Wobei ich den Entscheid immer noch nicht ganz verstand. Das lag an der Sommerzeit. Weil wir noch nicht Normalzeit (auch Winterzeit genannt) hatten, liefen viele Schulkinder im Dunkeln in die Schule. Die Schule war hell beleuchtet und da war meine logische Schlussfolgerung, dass später mit der Schule zu starten wohl die bessere Sparübung wäre. In der Zwischenzeit haben wir die Uhren umgestellt und oh Wunder, es ist hell, wenn die Kinder um 7 Uhr 30 Schulbeginn haben.

Wenn ich noch verstehe, wieso nur jede dritte ältere Lampe (= nicht LED) abgeschaltet wird aber jede zweite neuere Lampe (= LED also sparsamer), ist dann für mich die Huttwiler Welt wieder in Ordnung.

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