Philippe: Nach deinen Ausführungen von letzter Woche habe ich den Bericht des ThinkTank Basilicata 2022 gelesen. Da steht übersetzt:
Dank ihres systemischen Charakters umfasst die Bioökonomie alle drei strategischen Kompetenzbereiche der Basilikata: Wie bereits erwähnt, ist die Agrartechnologie-Wertschöpfungskette der repräsentativste Bereich, und ihre Umgestaltung im Sinne der Nachhaltigkeit würde es der Region ermöglichen, ihren Wettbewerbsvorteil auszubauen; Der Sektor der kapitalintensiven Unternehmen und Wertschöpfungsketten würde ebenfalls von diesem Wandel profitieren, dank der Verringerung ihrer Umweltbelastung und der Verbesserung ihres Ansehens in der Region; schließlich könnten die Kultur und die Kreativwirtschaft diese Gelegenheit nutzen, um sich neu zu erfinden, wie es in einigen Fällen bereits geschehen ist, indem sie neue Instrumente der Unterhaltung und Produkte entdecken, die der Umwelt nicht schaden.
Ich habe den Abschnitt schon mehrmals gelesen und verstehe ihn immer noch nicht.
Gianpietro: Das ist auch Technokratendeutsch. Der Bericht sieht drei Handlungsachsen. Über zwei haben wir schon diskutiert, die kapitalintensiven Unternehmen und die Wertschöpfungskette im Agrar- und Lebensmittelbereich. Die dritte sind die Kultur und der Tourismus. Weniger technokratisch gesagt, hat die Basilicata eine Zukunft, wenn sie diese drei Bereiche verknüpft.
Heute besteht ein Widerspruch zwischen den umweltschädlichen Unternehmen, insbesondere die Erdölindustrie, einerseits und der umweltfreundlichen Landwirtschaft und dem nachhaltigen Tourismus anderseits.
Der Bericht sagt nichts anderes, als 1) verringert die Umweltbelastung durch die Industrie und verbessert dadurch ihr Image, 2) baut die umweltfreundliche Landwirtschaft und den nachhaltigen Tourismus aus und 3) verknüpft alles miteinander.
Am liebsten würde ich uns, zusammen mit unseren Lesern, zum Erdölzentrum Tempa Rossa beamen, wie in Star Trek. Stell Dir vor, wir stehen dort oben zwischen Corleto Perticara, Guardia Perticara und Pietrapertosa zuoberst auf einem Hügel. Von Guardia aus haben wir die kurvige und holprige SS103 in Richtung Corleto genommen, bis die Abzweigung nach Tempa Rossa kommt. Dort führt uns eine gut ausgebaute Strasse ohne Schlaglöcher bis auf den Hügel. Während die Zufahrt zum Erdölzentrum frisch asphaltiert ist, besteht der Strassenabschnitt nach Pietrapertosa aus Schlaglöchern und rissigem Asphalt, der teilweise weggeschwemmt wurde. Vor uns steht dieser topmoderne Industriekomplex, die Felder der Umgebung werden landwirtschaftlich genutzt und überall sind Windräder aufgestellt.
Was bringt es, wenn die Zufahrtsstrasse in hervorragendem Zustand ist, aber die Staatsstrasse nicht? Wieso bekommt die Erdölförderung eine neue Strasse, aber die Strassen zu den Windrädern oder zwischen den Dörfern verkümmern? Pietrapertosa und Guardia Perticara gehören beide zur Vereinigung I borghi più belli d’Italia (Die schönsten Orte Italiens). Eine gemeinsame touristische Vermarktung gibt es nicht und eine anständige Strassenverbindung auch nicht.
Das Potenzial ist da, ihr müsst es nur nutzen, sagt der der ThinkTank. Denkt nachhaltig, ganzheitlich, und handelt global. Tönt einfach. In der Umsetzung ist es schwieriger.
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