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Vom Bericht zum Roman

Philippe: Wir haben nun mehrere Blogbeiträge gebraucht, um den Bericht des Think Tanks Basilicata zu erklären. Eigentlich geht es aber um Deinen nächsten Roman. Wie kommen wir nun vom Bericht zum Roman. Oder sollte ich fragen, wie Du vom Bericht zum Roman gekommen bist?


Gianpietro: Der Roman ist keine direkte Ableitung des Berichts. Zur Erinnerung, der Arbeitstitel ist «Petrolio», weil Pasolinis letzte Werk so hiess.


Im Roman verknüpfe ich drei Stränge zu einer Geschichte. Im ersten Roman ging es unter anderem um Achim Crocco als Sohn. Im zweiten ist Achim in der Vaterrolle. Seinen Unmut über seinen Vater, welcher ihm die Basilicata nicht näherbrachte, ist eine Sache. Es besser zu machen, ist eine andere Angelegenheit. Achim ist nun gefordert, denn seine Tochter Jessica möchte ihre Doktorarbeit in Umweltwissenschaften in der Basilicata machen, aber an einer Universität in Baltimore.


Die Sondermülldeponie in Guardia Perticara weckt besonders ihr Interesse, was Achim gar nicht behagt. Was Pasolini 1975 in «Petrolio» als Fiktion beschrieb, wurde ab den 90er Jahren in der Basilicata zur Realität. Das schwarze Gold lockte Gestalten an, mit denen man sich besser nicht anlegt. Achim befürchtet, die Mafia stecke hinter diesen düsteren Gestalten.


Die Erdölindustrie ist eine der Entwicklungsachsen, welche vom Think Tank empfohlen werden. Ihre Entwicklung hemmt das touristische Potenzial der Basilicata. In Guardia Perticara ist dies besonders sichtbar, weil der geplante Ausbau der Sondermülldeponie, die Auszeichnung «bandiera arancione» dieses schönen, mittelalterlichen Dorfes gefährdet.


Mein zweiter Roman erzählt, wie ein Vater seiner Tochter helfen will, dabei den Kräften zu nahekommt, die er so fürchtet, als er nebst der Doktorarbeit seiner Tochter vor Allem das touristische Potenzial nutzen will.


Drei Stränge, die unabhängig voneinander starten und die sich ineinander verknoten. Es kommt zu Gewalt, Verletzten und Toten. Wird es Achim gelingen, seine Familie aus der Gefahrenzone zu entfernen?


Nach der Spurensuche in der Vergangenheit der Familie, geht es nun um die Chancen und Risiken in der heutigen Basilicata, eingepackt in einer frei erfundenen Geschichte, welche mit der Realität nichts gemeinsam hat.


Die Orte sind reell, Du kannst sie besuchen. Einige reelle Ereignisse der vergangenen Jahre dienen als Ausgangslage. Was danach geschieht, ist meiner Fantasie entsprungen.

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