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Nachwort: Martas Gift

Philippe: Deinem zweiten Roman hast Du den Arbeitstitel «Petrolio» gegeben, an Anlehnung an Pasolinis unvollendete Werk. Nun hast Du bekannt gegeben, dass er unter dem Titel «Martas Gift» erscheinen wird. Ist das Erdöl dieses Gift?

 

Gianpietro: Ich habe die Beschreibungen und Empfehlungen des Think Tanks Basilicata verwendet, um daraus einen Roman zu schreiben. Darin zeige ich einerseits auf, was die aktuelle Situation ist, und zeichne anderseits eine mögliche Lösung, wie die Empfehlungen umgesetzt werden könnten.

 

Am Ursprung ist das Erdöl. Als Potenzial mit zwei Gesichtern. Martas Gift ist nicht das Erdöl, sondern was diese Ressource auslöst, bei den Menschen und bei der Natur. Pasolini hat skrupellose Menschen beschrieben, die für den staatlichen Erdölkonzern arbeiten. Fünfzig Jahre später lässt sich zeigen, dass Pasolinis Fiktion in der Basilicata zur Realität wurde.

 

Der Think Tank empfiehlt ganzheitlich zu denken. Am Beispiel der Sondermülldeponie in Guardia Perticara sieht man konkret, wie die Regierung der Region Basilicata dies nicht tut. Guardia Perticara ist das einzige Dorf in der Basilicata, welches gleichzeitig der Vereinigung I borghi più belli d’Italia angehört und die bandiera arancione erhalten hat. Diese Auszeichnung des italienischen Touring Clubs gibt es für nachhaltigen Tourismus.

 

Die Regierung der Region hat den gesetzlichen Mindestabstand zu bewohntem Gebiet für Sondermülldeponien gesenkt, damit die Deponie in Guardia Perticara zur grössten Sondermülldeponie der Europäischen Union für Sondermüll aus der Erdölförderung ausgebaut werden kann. Sie gefährdet damit die bandiera arancione.

 

Ich bin überzeugt, dass die regionale Regierung sich um den Bericht foutiert.

 

In diesem giftigen Kontext lasse ich Achim Crocco seinen Einfluss einsetzen, damit ein gemeinsames Projekt der Università della Basilicata mit der Universität seiner Tochter Jessica entstehen kann, welches die Empfehlung des Think Tanks umsetzt.

 

Dabei werden Achim und seine Familie diesem Gift ausgesetzt. Was als positiver Ansatz gemeint ist, führt zu Schlägereien, Verletzte und Tote.

 

Es ist auch die Geschichte eines Vaters, der seiner Tochter helfen will und dabei an seine Grenzen stösst.

 

Es ist die Antwort auf die Frage, was man als Auswanderersohn machen kann, um der Heimat seiner Vorfahren und den eigenen Kindern eine Zukunft zu geben.

 

Martas Gift ist keine Fortsetzung der Toten von Anglona, sondern verläuft zeitlich parallel. Wer den Debütroman gelesen hat, wird die Brücken zwischen beiden Geschichten erkennen. Den zweiten Roman kann man aber auch zuerst lesen.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Maximilian Puerstl (Dienstag, 21 Juli 2026 10:29)

    Ich bin schon sehr neugierig!