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Negativität

Philippe: Vor zwei Wochen hast Du im Blog einen Satz geschrieben, der immer noch in mir nachhallt: «Wer setzt sich schon freiwillig Unfreundlichkeit aus?». Wir stehen kurz vor Weihnachten. Die Weihnachtsgeschichte ruft uns jedes Jahr in Erinnerung, dass es Menschen gibt, die Schutz brauchen, die Hilfe brauchen, nicht zuletzt, weil sie angefeindet werden. Nicht alle haben die positive Einstellung, die Du letzte Woche so hervorgehoben hast. Nicht alle haben eine Winner-Mentalität, glauben an sich und an die Gemeinschaft.


Gianpietro: Anderen die Schuld zu geben, ist etwas für Loser. Sich dem Schicksal zu ergeben, weil es Gottes Wille sein soll, ist genauso eine negative Einstellung. Der positive Mensch lernt aus seinen schwierigen Zeiten. Claudio Gentile bringt einen Mann um, muss flüchten und wird Mönch, macht sich zu seiner Lebensaufgabe, ein Ersatzvater für junge Männer in Schwierigkeiten zu sein. Das ist die Botschaft, die ich vermitteln will.


Ebenso ist es falsch zu glauben, die Verantwortung liege nur beim Individuum. Im Gegenteil, wir tragen für vieles gemeinsam Verantwortung. Insbesondere für vulnerable Menschen. 


Wie kann ein Neugeborener zum Feindbild gemacht werden? 


In der Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums wird die Tötung aller männlichen Kleinkinder in Bethlehem auf Befehl von König Herodes dem Grossen erzählt. Herodes befürchtet ein Gegenspieler sei geboren und lässt deshalb alle männlichen Neugeborenen ermorden. Das erinnert mich an die pauschalisierenden Anfeindungen gegenüber Flüchtlingen aus muslimischen Ländern, weil vielleicht ein paar islamistische Terroristen sich im Flüchtlingsstrom verstecken können.


Auch diesem Thema des Missbrauchs der Zuwandererströme gehe ich im Roman nicht aus dem Weg. Claudio Gentile gerät nicht zuletzt auf die schiefe Bahn, weil eine mafiöse Organisation seine Situation ausnützt.


Negativität spaltet die Gesellschaft und schafft keinen Mehrwert. Negative Menschen geben anderen die Schuld. Positive Menschen suchen die Lösung.

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