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Arbeitstitel «Petrolio»

Philippe: Gestern hast Du bekannt gegeben, dass Dein zweiter Roman den Arbeitstitel «Petrolio» trägt. Du schreibst auf Deiner Homepage: «Vor 50 Jahren wurde Pier Paolo Pasolini ermordet. Sein letztes Werk, das Buch «Petrolio», blieb unvollendet und erschien erst 1992. Fünfzig Jahre später heisst der Arbeitstitel meines zweiten Romans «Petrolio». Nicht etwa, weil es posthum erscheinen soll oder mein letztes Werk sein wird. Veröffentlicht wird es auch anders heissen. Wie verrate ich noch nicht.»


Was kannst Du denn schon heute verraten?


Gianpietro: Fünfzig Jahre nachdem Pier Paolo Pasolini ermordet wurde, blicke ich zurück. 


Was Pasolini mit seinem Werk beabsichtigte, ist schwer zu erkennen. Es ist gleichzeitig vielseitig und fragmentarisch. Weil es unvollständig ist, scheinen Kapitel zu fehlen. Dies begünstigt Spekulationen, unter anderem wird spekuliert, ob ein fehlendes Kapitel die Ermordung des Eni-Gründers Enrico Mattei thematisiert. Einige vermuten sogar, er sei deswegen ermordet worden.


Pasolinis fragmentarisches Werk prangert die Menschen an, die sich von der Ente Nazionale Idrocarburi (kurz Eni genannt) angezogen fühlten. Menschen ohne Skrupel.


Fünfzig Jahre später lässt sich an der Geschichte des Erdöls in der Basilicata erkennen, dass Pasolini nicht unrecht hatte. Die Region ist das wichtigste Onshore-Erdölfördergebiet Italiens. Die Problematik von ökologischer Belastung, Ausbeutung einer armen Region und zentralisierter Kontrolle über Ressourcen, die Pasolini analysiert, entspricht sehr genau dem, was später tatsächlich in der Basilicata geschah. 


50 Jahre später verarbeite ich die Geschichte des Erdöls in der Basilicata zu einem Roman. 


Arbeitstitel «Petrolio» erzählt die Folgen der Erdölgeschichte in der Basilicata. Aktuell ist das Manuskript bei meinen Testleser:innen. Bis es erscheint, werde ich in regelmässigen Updates Einblick in die Entstehung des Buches geben.

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