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Cancellara

Wenn Sie "Cancellara" lesen, woran denken Sie? An einen ehemaligen Schweizer Radprofi oder an ein italienisches Dorf? An Beides?

Cancellara ist ein Dorf in der Basilicata, rund 15 Kilometer von der Hauptstadt Potenza entfernt. Einige historische Gebäude, darunter ein Schloss und fünf Kirchen, prägen das Ortsbild. Im Film "Road to Myself" von Alessandro Piva kommt Cancellara auch vor. In seinem Dokumentarfilm  sucht der Grossstädter  Alessandro Piva das Süditalien, das sein Vater verlassen hat.

Viele sind ausgewandert. Auch der Vater von Fabian Cancellara, dem ehemaligen Schweizer Radprofi, ist aus der Basilicata ausgewandert. Norditalien, die Schweiz und Deutschland war das Ziel vieler in den 1950er und 1960er Jahre. In der Schweiz leben heute über 18'000 Menschen, die in der Basilicata wahlberechtigt sind. Im 19. Jahrhundert war Nord und Südamerika ein häufiges Ziel. Der Traum vom reichen amerikanischen Verwandten lebt weiter und wird von Menschen wie Francis Ford Coppola genährt. Der Regisseur hat in Bernalda ein Palazzo zu einem Luxushotel umwandeln lassen, dem Ort seiner Vorfahren.

Wenige kehren dauerhaft zurück. Viele bleiben aber Lukaner im Herzen. Die Rückkehr im Sommer in ihr Dorf ist für viele Süditaliener ein Ritual. Sie erleben jedes Jahre diesen Wandel, den Piva beschreibt. Der hektische Grosstädter wird ruhig, passt sein Tempo an. Im Wissen, dass er dieser Langsamkeit entfliehen wird, zurück in seine Grossstadt gehen darf.

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