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Nei saeget

Die Musik von Stephan Eicher begleitet mich seit ich Teenager bin. Wie in jeder guten Beziehung gibt es Momente der Überraschung, davon gab es in diesen über vierzig Jahren einige.

 

Die jüngste Überraschung ist das Lied «Nei säget sölle mir». Der Text tönt zeitgemäss, ist in Wirklichkeit aber ein halbes Jahrhundert alt, ein Lied, das Mani Matter nie veröffentlicht hatte. Die Strophen enden immer mit der Frage, ob das der Endpunkt der Entwicklung von 5'000 Jahren sei.

 

Unter den Artikeln nach dem Abstimmungswochenende ist mir eine Umfrage der Tamedia-Gruppe aufgefallen. «Ein Sieg der Armen über die Reichen», so der Titel des Artikels. Der 13. AHV-Rente haben offenbar die Einkommensklassen bis zu einem Monatseinkommen von 13'000 Franken zugestimmt. Wenn man in der Schweiz mit so einem Einkommen arm ist, dann hat die Schweiz ein gröberes Problem.

 

Mein heutiger Gruss geht an alle, welche die Vergangenheit festhalten wollen, den Wandel stoppen oder zumindest verlangsamen wollen. An alle, die das Fremde ablehnen und sich nicht erneuern wollen.

 

Nehmt Euch ein Beispiel an Stephan Eicher. Er bleibt sich treu und verändert seine Lieder doch immer wieder. Arrangiert sie, passt sie der Zusammensetzung der Band an. Gestern an seinem Konzert im KKL in Luzern war auch offensichtlich, wie er mit neuster Technik experimentiert, Neues einfliessen lässt. Stephan Eicher ist ein Vorbild, wie man sich neu erfinden kann, ohne sich zu verleugnen.

 

Nei säget sölle mir vo nüt meh andrem tröime aus d’Vergangenheit z’erhaute? Sicher nid!

 

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